Der letzte Flugsaurier – die AN 2 in Leverkusen

Mit 1000 PS können Sie mit uns im Nostalgie-Flugzeug-Antonow AN 2, dem größten noch fliegenden Doppeldecker der Welt Leverkusen und den Kölner Dom aus der Vogelperspektive erleben. Es ist zwar nicht die berühmte „Tante JU“, aber genauso rüstig und vermittelt dasselbe Nostalgiegefühl.

Die An2 - ein Klassiker der Luftfahrt – gehört zu den meistgebauten Luftfahrtzeugen der Welt und wurde von Oleg Ana air miniKonstantinowitsch Antonow (1906-1984) im Auftrag des Land- und Forstwirtschaftsministeriums 1946/47 mit folgenden Zielen entwickelt: Mehrzweckfähigkeit, kurze Start- und Landestrecken (150 m), besondere Wendigkeit und Langsamflugeigenschaften, Robustheit und Einsatz auf Graspisten bei einer Nutzlast von 1,5 Tonnen.

Sein Erstflug fand am 31.8.1947 durch den sowjetischen Testpiloten N.P. Wolodin statt. Die Serienfertigung begann 1949. Weltweit wurden 18000 Exemplare gebaut. In China hatte man 1989 den Serienbau teilweise mit Winglets an den Tragflächen erneut aufgenommen. Die polnische Produktion in Mielec lief bis vor kurzem.

Die meisten Varianten wurden für die Landwirtschaft als Sprühmittelflugzeuge eingesetzt. Die große Sowjetunion mit ihren unterschiedlichen klimatischen und geografischen Gegebenheiten sollte flächendeckend zu allen Jahreszeiten erschlossen sein. Das schaffte das Spronradflugzeug An2 und konnte aufgrund ihrer speziellen Landeeigenschafften auch in der Tundra landen. Einen kuriosen Einsatz gab es während der 60er Jahre in China: Massenhaft An2 mit Streuausrüstung hatten über trockenen Sumpfgebieten trockene Erde abgerieselt und diese Gegenden urbar gemacht.

Außerdem gab es Varianten u.a. für die Ausbildung, Transport, Passagierflüge (Deutsche Lufthansa der DDR, Interflug), Fallschirmsprung, Luftaufnahmen.

Ana hi miniZur Wende gab es noch 75 Annas, heute können sich die wenigen Besitzer eines solchen Unikums in Deutschland stolz schätzen. Und Sie können an einem solchen nostalgischen Rundflug partizipieren.

Das unverwüstliche russische Flugzeugwunder hat es auch in das „Guinness-Buch der Rekorde“ geschafft: Auf der Internationalen Luftfahrtausstellung Berlin (ILA) 1998 flogen 8 Antonows An2 in Formation einer Doppel-Diamand-Box und eines zweifachen Rhombus.

Auch der Rote Baron D-FONE mit dem Besitzer Lothar Steinbiss war dabei! Sein Luftfahrtunternehmen betreibt den „Roten Baron“ in Essen-Mülheim und den „Red Eagle“ in Dortmund seit über zwei Jahrzehnten. Drei Piloten und eine Pilotin, unser Vereinsmitglied Dr. Ilse Janicke, stehen ihm dafür zur Verfügung.

 

Leistungsmerkmale und technische Details

Bei dem 1000 PS Motor handelt es sich um einen luftgekühlten 9-Zylinder-Sternmotor Asch-62 IR. Der Motor stammt im Grunde vom amerikanischen Wright Cyclone R-1820 ab. Er hat 29,87 L Hubraum, d.h. 3,3 Liter pro Zylinder. Er leistet 1000 PS (746 kW) bei 2100 U/min. Er verbraucht bei einer Reisegeschwindigkeit von 170 km/h ca. 170 L/h Kraftstoff. Die Mindestgeschwindigkeit beträgt 85 km/h und die Höchstgeschwindigkeit 258 km/h.

Das Leergewicht beträgt 3400 kg und das max. Abfluggewicht 5500 kg. Der Tankinhalt in beiden Tragflächen beträgt 1200 Liter und reicht für ca. 1000 km Strecke.

Spannweite oben          18 m

Spannweite unten         14 m

Länge                           12 m

Höhe                            4,3 m

Zuladung                      2 t

Sitze                            Pilot 1+1, 9 Passagieren, bis zu 16 Fallschimspringer.


Das Hauptfahrwerk des 3-Punktfahrwerks hat Öl-Luftfederbeine und Luftdruckbremsen. Beim Bremsen füllen sich die Bremsschläuche über einen am Triebwerk angeflanschten Kompressor mit Luft und drücken auf die Radtrommeln. Zum Bremsen wird eine am linken Steuerhorn angebrachte Taste gedrückt und durch Treten in das rechte oder linke Pedal die Richtung beim Rollen am Boden bestimmt. Die hierbei auftretenden Zisch- und Quietschgeräusche stellen jede LKW-Bremse in den Schatten. Vom Piloten verlangt diese Technik ebenso wie die Landetechnik besondere Fertigkeiten.

Kerniger Klang und schweißtreibende VorbereitungenAna voli mini

Schon die Startvorbereitungen der Anna lassen einen staunen, und das schafft auch das weibliche Geschlecht. Die Propellerblätter (4-Blatt-Ganzmetall-Luftschraube) müssen 28 Mal manuell gedreht werden, damit sich das Öl auf alle 9 Zylinder, auch die oberen richtig verteilen kann. Dann muss der Öl-Auffangbehälter unten entfernt werden und der Motor kann gestartet werden. Das Anlassen erfolgt elektrisch durch einen Schwungradanlasser. Dann wird die Kurbelwelle in die Luftschraubenwelle über ein Untersetzungsgetriebe eingerastet. Eine Qualmwolke aus dem Auspuff und der kernige Klang dieses Motors kennzeichnen den Beginn des nostalgischen Erlebnisses. Ein großer spezieller Auspuff an der rechten Seite wurde extra entwickelt zur Lärmreduktion (Fa. Gomolzig).

Auch im Cockpit kann man Platz nehmen, dann muss man eins abkönnen: Hitze. Mit dem Sternmotor vor der Nase entwickeln sich rasch saunaähnliche Temperaturen, ein Seitenfenster und ein Miniventilator verschaffen Abhilfe.

Dr. Ilse Janicke

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