Pilot des LSC Leverkusen erfüllt einen letzten Wunsch
- Redaktion EDKL
- vor 4 Tagen
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Einer unserer Piloten hatte die besondere Gelegenheit, gemeinsam mit dem Wünschewagen des ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) einem schwersterkrankten Mann einen letzten Wunsch zu erfüllen.
Manchmal wird Fliegen zu mehr als nur einem Hobby. Manchmal wird es zu einem Geschenk. Im März 2026 durfte unser Vereinspilot Mike Ilgen genau das erleben. Mike erfüllte einem schwersterkrankten Mann einen letzten großen Wunsch: noch einmal über seine Heimat zu fliegen. Die Idee entstand im Umfeld des Düsseldorfer Karnevals. Das Prinzenpaar rief zu Spenden für den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes auf. Mike wollte sich daran beteiligen und etwas Besonderes anbieten – einen Rundflug. So entstand der Kontakt zwischen allen Beteiligten, der schließlich zum Wünschewagen führte und es möglich machte, Bernds Herzenswunsch zu erfüllen.
Aufbruch nach Hamm-Lippewiesen
Am Vormittag hob Mike mit unserer vereinseigenen Cessna 172 vom Flugplatz Leverkusen ab und nahm Kurs auf Hamm-Lippewiesen. Das Wetter zeigte sich von seiner ruhigen Seite: nahezu windstill, wolkenlos und mit hervorragender Bodensicht. Lediglich eine leichte Trübung – vermutlich durch Saharasand – lag über der Landschaft.
Am Ziel warteten bereits Bernd, seine Frau Annette, Familie und Freunde sowie das Team des Wünschewagens. Bis dahin kannte Mike Bernd nur aus einem Telefonat mit dessen Frau Annette. Schon bei diesem ersten Gespräch wurde deutlich, welche Bedeutung dieser Flug für das Ehepaar hatte. Als sich Pilot und Passagier schließlich am Flugplatz begegneten, stellte sich eine besondere Verbindung heraus: Bernd war selbst früher Pilot, besaß einen privaten Pilotenschein und zeigte Mike stolz seine ehemalige Pilotenlizenz.

Der Wunscherfüllungsflug
Das Team des Wünschewagens brachte Bernd gemeinsam mit seiner Familie zum Flugzeug. Bevor es losging, entstanden erste gemeinsame Fotos. Da Bernd leider nicht mehr mobil ist, unterstützten die Helfer ihn vorsichtig beim Einsteigen in die Maschine. Für Mike war dies ein besonderer Moment: zu sehen, wie wichtig der Flug für Bernd und seine Frau war, machte deutlich, dass es sich um weit mehr als einen normalen Rundflug handelte.
Die Cessna startete um 11:42 Uhr von der Piste 06 und folgte der Route, die Bernd sich gewünscht hatte. Zunächst ging es über die Wohnorte von Bernd und Annette, anschließend über die Heimatorte ihrer Kinder, bevor die Maschine vorbei an neu errichteten Windkraftanlagen in Richtung Möhnesee flog. In rund 1.700 Fuß (circa 500 Meter) über Grund glitt die Maschine ruhig über die Landschaft. Für Bernd wurde der Flug zu einer Reise über Erinnerungen und über Orte, die sein Leben geprägt hatten. Nach knapp einer Stunde kehrte die Maschine zurück nach Hamm-Lippewiesen und setzte um 12:40 Uhr bei nahezu Windstille auf der Piste 24 auf.

Nach der Landung
Nach der Landung versammelten sich Familie, Freunde und das Wünschewagen-Team erneut am Flugzeug. Es wurden weitere Erinnerungsfotos gemacht, und überall war die Freude über den gelungenen Flug spürbar. Anschließend ging es gemeinsam in das Restaurant am Flugplatz, wo der besondere Tag bei Essen und Gesprächen ausklang. Das Team des Wünschewagens überreichte Mike zum Dank eine Tasche mit der Aufschrift: „Ich lasse letzte Wünsche wahr werden!“. Sie war gefüllt mit Erinnerungsstücken, darunter der bekannte Wünschewagen-Teddybär, Informationsmaterial und kleinen Geschenken. Marcus Creutz, Präsident der Benrather Schlossnarren, nutzte diesen Moment für eine besondere Geste: Annette und Bernd erhielten ausnahmsweise außerhalb der Karnevalssession den Vereinsorden der Session 2025/2026. Zum Abschied überreichte Mike Bernd ein persönliches Erinnerungsstück: die genutzte Anflugkarte des Flugplatzes Hamm-Lippewiesen mit einer handgeschriebenen Widmung: „Lieber Bernd, es war mir eine Freude!“

Ein unvergesslicher Tag
Nachdem sich alle verabschiedet hatten und der besondere Tag langsam zur Ruhe kam, stand für Mike noch der Rückflug nach Leverkusen an. Um 13:55 Uhr startete die Cessna wieder vom Flugplatz Hamm-Lippewiesen, hob ruhig ab und nahm Kurs in Richtung Rheinland. Auf dem Weg kreuzte der Flug die Kontrollzone des Flughafens Düsseldorf, bevor es weiter nach Leverkusen ging. Doch dieser Flug fühlte sich anders an als viele andere zuvor. Während die Landschaft unter der Tragfläche vorbeizog, war da ein Gefühl tiefer Zufriedenheit. Die Eindrücke des Tages, die Begegnung mit Bernd und Annette, die Dankbarkeit der Familie und die vielen emotionalen Momente begleiteten ihn im Cockpit. Um 14:49 Uhr setzte die Cessna schließlich wieder in Leverkusen auf. Der Flug war beendet, die Erinnerung daran wird bleiben.
Für Mike bleibt dieser Tag unvergesslich. „Es war unglaublich emotional. Vom ersten Moment an war da eine so positive Atmosphäre. Zu sehen, wie viel Freude dieser Flug Bernd gemacht hat, war etwas ganz Besonderes“. Solche Momente zeigen, wie viel mehr Fliegerei sein kann als Technik und Navigation. Manchmal wird sie zu einem Geschenk. Besonders beeindruckt hat ihn auch die Arbeit des Wünschewagens. „Ich finde die Idee des Wünschewagens großartig. Menschen in ihrer letzten Lebensphase noch einmal einen Herzenswunsch zu erfüllen, ist etwas unglaublich Wertvolles. Ich hoffe, dass sich noch viele weitere Menschen bereit erklären, diese Organisation zu unterstützen – jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten“. Für ihn steht fest: Dieses Engagement soll weitergehen. „Ich werde den Wünschewagen auch in Zukunft gerne unterstützen“. Denn manchmal zeigt Fliegen, was wirklich möglich ist – nicht nur Entfernungen zu überwinden, sondern Wünsche wahr werden zu lassen.



